Keine Angst. Der Artikel wird keine Abrechnung mit den Menschen aus meiner Vergangenheit. Er wird auch kein Seelenstrip. Denn Mobbing betrifft viele und Ausgrenzung gab es schon immer ebenso wie kleinere oder größere Hänseleien, Clans oder Cliquen, die sich heute oftmals Teams nennen. Es ist der Ausdruck einer Gruppe, um einem Menschen mitzuteilen: Dich mag ich nicht. Ich will dich nicht in meiner Nähe haben.
Und so absurd es klingen mag, aber der Wunsch kann durchaus seine Berechtigung haben. Niemand muss alle mögen und gerade in der heutigen Zeit fällt auf, wie viele damit Probleme haben, „andersartige“ (was auch immer mann und frau darunter verstehen mag) wenigstens zu tolerieren. Die eigene Anschauung wird – oftmals bestätigt durch die soziale Blase – zur einzig Richtigen. Doch zwischen einer klaren Grenze setzen und Ausgrenzung gibt es Unterschiede. Und hätte jeder und jede sein/ihr soziales Revier, in dem es sich sicher und bestätigt fühlt, wäre es wohl auch kein großes Problem.
Und genau darauf möchte ich aufmerksam machen. Das Problem vieler Mobbingopfer ist, dass sich das Umfeld zurückzieht, sich nicht einzumischen wagt, sich selbst nicht gefährden möchte das nächste Opfer zu werden, sich nicht belasten will oder kann. Wenn es kein Umfeld gibt, in dem sich das Opfer wieder bestätigt sieht, gestärkt wird, mit dem es eine Allianz bilden kann, in dem es akzeptiert und respektiert wird, dann steht der/die Verlierer*in fest. Man müsste schon David sein, der erfolgreich gegen Goliath kämpfte oder unantastbar in seinem eigenen goldenen Käfig verweilen (wollen). Wenn du also das Gefühl hast, hier gibt es jemanden, der/die gemobbt wird, stärke diese Person, gib ihr Zeit zu rasten und sich zu erholen, vergönne ihr eine Wohlfühldusche und am besten: Tritt für sie ein. 10 zu 1 ist unfair, 10 zu 2 ist auch unfair, aber fühlt sich eindeutig besser an.

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